Verdutzte Gesichter und zweifelhafte Blicke waren die Antwort als sich der Plan konkretisierte, im Sommer 2011 nicht ans andere Ende der Welt zu fliegen, sondern "per mobile" einmal um die Ostsee zu fahren. Ok, zugegeben, es ist nicht jedermanns Sache, ca. 8.500 km in drei Wochen durch Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zu fahren.. aber "normal" kann ja jeder. Und da Mut und Naivität sowieso immer belohnt werden, war das Ergebnis der 22-tägigen Rundfahrt durch Skandinavien eine Mischung aus tollen Erlebnissen (Elche, Rentiere, kaum Mücken, jeden Tag mindestens 20 Stunden Sonnenschein, Badetemperaturen, super Städte, tolle Menschen...) sowie einem unglaublichen Zugewinn an Professionalität im Zeltauf- und abbau. Denn 22 Tage im Stoffhaus hätte ich mir vor der Reise nicht zugetraut. Wenig überraschend entstanden in Städten wie Danzig, Vilnius, Riga, Tallinn, Helsinki, Stockholm, Oslo, Göteborg, Aalborg usw tausende Fotos. Einzig getrübt wurde der Trip von der Tat des wahnsinnigen Norwegers Breivik in Oslo, was natürlich alle Zeitungen über die Wochen beschäftigte. Versöhnlich war am Ende der Reise der Blick von der dänischen Insel Römö aufs benachbarte Sylt, womit sich der Kreis zur vorher beschriebenen Reise geschlossen hat. Insgesamt ein eindrucksvoller Trip durch die letzte "echte" Wildernis Europas.





Es gibt
langatmige Grenzkontrollen, mürrische Zöllner, Panzer und Denkmäler
für die Gefallenen des Befreiungskrieges gegen Moldawien. Die
Hauptstadt Tiraspol, sowie die zweitgrößte Stadt Bendery sind eine
Aneinanderreihung von Plattenbauten, durchzogen von breiten Straßen
mit Nationalflagge und Bildern des verstaubten Präsidenten.
Angeblich ist hier der Menschen- und Zigarettenschmuggel der größte
Wirtschaftszweig, doch davon habe ich nix mitbekommen. Nach ca. 5
Stunden in diesem lustig-tristen "Beinahe-Staat" war ich der
Meinung, das meiste gesehen zu haben. Immer wieder spannend, was
sich so vor den Toren der EU abspielt. Den bittersten Beigeschmack
wird Transnistrien jedoch aufgrund einer einzigen Sache bei mir
hinterlassen: Man hat meinen Pass nicht gestempelt.

